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PASSION

Inszenierung                    Holger Hauer

Musikalische Leitung    Peter Christian Feigel
Ausstattung                     Christoph Weyers

Sächsische Zeitung: (Januar 2011)
Man kann darüber streiten, ob ein solches Stück an die Staatsoperette gehört. Wenn es aber derart gelungen und packend umgesetzt wird, muss man das Ja groß und fett und doppelt unterstrichen schreiben. Regisseur Holger Hauer führt darin die Darsteller zu einem ganz auf die Protagonisten, ganz auf den zentralen Konflikt konzentrierten Spiel. Jedes zeitliche oder lokale Kolorit ist ausgeblendet. Kommentarebenen wie Soldaten und Bedienstete sind stilisiert und so reduziert. Geschickt und szenisch schlüssig greift er Sondheims Idee auf, Briefe als unmittelbare Kommunikation zu begreifen. Sie brechen reale Distanz auf. So verschwimmt zunehmend die Grenze zwischen Fiktion und Realität. …ergänzen das Bild zu einer geschlossenen Aufführung, zu einem beeindruckenden Theaterabend, der zum Premierenabend begeisterten Applaus erhielt.

 

Deutschlandradio Kultur:

Das Kammerspiel wird in Holger Hauers Dresdner Inszenierung und deutscher Erstaufführung von den drei Protagonisten dieser Dreiecksverfechtung bestens getragen…. 

Das alles hat Holger Hauer auf Christoph Weyers so gut wie leeren Bühne mit klar definierbaren Raumassoziationen sparsam inszeniert. Im Mittelpunkt die Menschen mit ihrer Musik in Arrangements mit Raum für Stimmungen und Emotionen. Holger Hauer inszeniert wunderbar sparsam. Er findet klare Arrangement und dennoch fügt die Inszenierung das Kammerspiel zusammen, das macht er so grausam unaufgeregt…. das ist große Klasse.

Musik in Dresden

Für das Leubener Operetten-Publikum, könnte man meinen, ist die Inszenierung von Holger Hauer erst einmal ein Affront. Nicht nur, weil der Regisseur, wie übrigens in der amerikanischen Urfassung auch, mit verklemmten Halbheiten gleich zu Beginn Schluss macht und die Protagonisten so zeigt, wie sie nun mal beim Liebesakt sind: nackt. Sondern weil sich das Stück einfachen Erklärungsmustern und heimeliger Kettenkarussellseligkeit verweigert.  Was »Passion« trägt und den Abend zu einem ergreifenden Ereignis macht, dem das Publikum knapp zwei Stunden lang atemlos lauscht, ist die unerbittliche Prägnanz, mit der Lapine seine Protagonisten zeichnet und Stück für Stück dem Verderben anheimgibt. … ein Schritt, nein, ein Quantensprung in die Zukunft ist dieses Werk für das gesamte Leubener Ensemble. Es wird wirklich Zeit, dass das Kraftwerk fertig wird. 

 

Neue Musikzeitung (NMZ)

 Eine verstörende Geschichte, auf den ersten Blick erscheint sie vielleicht etwas rührselig. Auf den zweiten ist sie knallhart, abgründig und gemein... Regisseur Holger Hauer inszeniert ein Kammerspiel auf der so angenehm sparsam eingerichteten Drehbühne von Christoph Weyers. Zeitlich haben sie sich vom italienischen Flair verabschiedet zugunsten von Zeitlosigkeit mit Gegenwartsbezug. Im Mittelpunkt stehen die Menschen. Andeutungen, Assoziationen, Lichtstimmungen reichen aus, um Orte und Räume entstehen zu lassen. Für die drei Hauptpartien stehen mit Maike Switzer, Vasiliki Roussi und Markus Günzel als Clara, Fosca und Giorgio Protagonisten auf der Bühne, die das Geschehen tragen, authentisch in der Erscheinung, überzeugend im Gesang.

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